Pembrolizumab
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Zur Erstlinientherapie des metastasierten Lungenkarzinoms haben sich immunonkologische Ansätze für alle Patienten ohne Tumormutationen oder Kontraindikationen etabliert.

Prof. Dr. med. Wolfgang Schütte, Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde in Halle an der Saale, empfahl den frühen Einsatz des PD-1-Inhibitors Pembrolizumab und veranschaulichte dies unter anderem anhand von aktuellen Langzeitdaten zur Monotherapie. Mittlerweile liegen 5-Jahres-Daten zum Einsatz von KEYTRUDA® für Patienten mit metastasiertem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) mit PD-L1-exprimierenden Tumoren (Tumor Proportion Score [TPS] ≥ 50 %) ohne EGFR- oder ALK-positive Tumormutationen (KEYNOTE-024) vor. Hier war die Gesamtüberlebensrate (OS) nach fünf Jahren in der Pembrolizumab-Gruppe mit 31,9 % (n = 154) doppelt so hoch (HR 0,62) als unter platinbasierter Chemotherapie (16,3 %; n = 151).

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Pembrolizumab plus Chemotherapie wurde beispielsweise in KEYNOTE-189 untersucht. Hier wurde das Outcome von 616 nicht vorbehandelten Patienten mit metastasierendem nicht-plattenepithelialen NSCLC ohne EGFR-Genmutation oder ALK-Translokation unter Pembrolizumab plus Pemetrexed plus platinhaltiger Chemotherapie (n = 410) im Vergleich zu Placebo plus Pemetrexed plus platinhaltiger Chemotherapie (n = 206) verglichen. Hinsichtlich des PD-L1-Status wurden in allen drei PD-L1-Expressionssubgruppen (TPS ≥ 50 %, TPS 1–49 % und TPS < 1 %) durchweg positive Ergebnisse unter der Kombination aus Pembrolizumab plus Chemotherapie gegenüber alleiniger Chemotherapie verzeichnet. Die 3-Jahres-OS-Rate betrug bei Pembrolizumab plus Chemotherapie 31,3 %, gegenüber 17,4 % bei der alleinigen Chemotherapie. In der PD-L1-TPS ≥ 50 %-Kohorte war das 3-Jahres-OS beispielsweise am höchsten und lag bei 43,7 % versus 30,0%, ergänzte der Experte.

Bei Patienten mit metastasierten plattenepithelialen NSCLC zeigte sich in der KEYNOTE-407-Studie für die Kombination aus Pembrolizumab und Chemotherapie (Carboplatin plus Nab-Paclitaxel) ein signifikant verbessertes Gesamtüberleben (OS) und progressionsfreie Überleben (PFS) im Vergleich zu Placebo plus Chemotherapie. Die 3-Jahres-OS bzw. -PFS lagen in den PD-L1-TPS ≥ 1 %-Kohorte jeweils bei 33,4 % versus 19,3 % und bei 19,0 % versus 4,8 % [1].

Dr. Christine Willen

Literatur:

1. Paz-Ares L et al. J Thorac Oncol 2020; 15(10): 1657–69

Quelle: Virtuelles Symposium „Erstlinienbehandlung des metastasierten Lungenkarzinoms – jetzt immunonkologische Therapien für alle?“ anlässlich des 61. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. am 3. Juni 2021. Veranstalter: MSD