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Onkolytische Viren als neue Therapeutika-Klasse werden derzeit rege in zahlreichen klinischen Studien im experimentellen Stadium erforscht. Das Melanom wird dabei häufig als Modelltumor für die intraläsionale Therapie herangezogen, schilderte PD Dr. Sebastian Haferkamp, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie des Universitätsklinikums Regensburg (UKR).Jüngste klinische Studien mit onkolytischen Viren untersuchen das Potenzial von unterschiedlichen Virusfamilien anhand von Herpes-, Pocken-, Adeno- und Masernvieren als Stellvertretern für ihre Virusfamilien.

Jedoch ist die antitumorale Wirksamkeit onkolytischer Viren als Monotherapie nicht unbedingt zufriedenstellend. Daher zielen aktuelle Forschungsansätze darauf ab, onkolytische Viren in Kombination mit anderen Therapien zu untersuchen, um einen höheren therapeutischen Nutzen zu erzielen, so Haferkamp [1]. Es gibt mehrere klinische Studien, die derzeit onkolytische Viren zum Beispiel mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren (z. B. Pembrolizumab) kombinieren. Der Trend wird dahingehen, dass sich onkolytische Viren und Checkpoint-Inhibitoren als Kombinationstherapie weiterentwickeln und für die Behandlung verschiedener Krebsarten angepasst werden, so die Einschätzung von Haferkamp [2].

Talimogen laherparepvec (T-VEC) ist eine zugelassene onkolytische Immuntherapieoption beim bereits metastasierten Melanom, die entwickelt wurde, um die Tumorregression von injizierten Läsionen durch direkte lytische Wirkungen und bei nicht-injizierten Läsionen durch die Induktion der systemischen Antitumorimmunität zu erreichen. T-VEC führte in der OPTiM-Phase-III-Studie zu einer Tumor-Größenabnahme um mindestens 50 % bei 64 % der injizierten Läsionen (n = 2116), bei 34 % der nicht-injizierten nicht-viszeralen Tumoren (n = 981) und 15 % der nicht-injizierten viszeralen Tumoren (n = 177). Eine vollständige Auflösung der Läsionen trat bei 47 % der injizierten Läsionen, 22 % der nicht-viszeralen Läsionen und 9 % der viszeralen Läsionen auf [3].

Literatur:

  1. Chaurasiya S, Fong Y, and Warner SG Biomedicines 2021; 9(4): 419
  2. LaRocca CJ, Warner SG. Clin Transl Med 2018; 7(1): 35
  3. Andtbacka RH, Ross M, Puzanov I, et al. Ann Surg Oncol 2016; 23(13): 4169–4177

Quelle: Virtuelles Symposium „Onkolytische Viren und andere intraläsionale Therapieoptionen“ anlässlich der des 31. Deutschen Hautkrebskongresses (ADO) am 09.09.2021.