© Design cells – stock.adobe.com

Die Ergebnisse zahlreicher Real-World-Studien zeigen, dass Wirksamkeit und Verträglichkeit der Therapie in etwa den Zulassungsstudien entspricht. Die leichten Unterschiede im Outcome zwischen Tisacel und Axicel könnten damit zusammenhängen, dass sich beide Kohorten systematisch unterscheiden.

Prof. Peter Dreger, Heidelberg, gab einen Überblick über die Real-World-Daten zu CAR-T-Zellen gegen das diffus großzellige B-Zelllymphom (DLBCL), gegen das zwei Medikamente zugelassen sind, nämlich Axicabtagene Ciloleucel (Axicel) und Tisagenlecleucel (Tisacel). Die Konstrukte unterscheiden sich im wesentlichen durch die kostimulatorische Domaine. Umfangreiche Real-World-Daten zu beiden Medikamenten bei DLBCL gibt es aus Deutschland, Frankreich, Italien und den USA.

Die deutsche retrospektive DRST-Register-Studie DLBCL SOC CART umfasste 267 DLBCL-Patienten über 18 Jahre, die keine andere, nicht zugelassene CAR-T-Zelltherapie erhalten und nicht in klinischen Studien behandelt werden durften. 137 erhielten Axicel, 130 Tisacel. Unter den Tisacel-Patienten hatten mehr einen höhergradigen IPI-Score, einen schlechteren Performance-Score und ein Bridging erhalten. In der Axicel-Gruppe erlitten die Patienten häufiger eine CRS der Stärke 1-4, die höhergradigen CRS waren nicht signifikant unterschiedlich. Auch ICANS der Stärke 1-4 traten unter Axicel häufiger auf, die höhergradigen ICANS waren auch häufiger aber der Unterschied zu Tisacel nicht signifikant. Das durchschnittliche PFS betrug 38 % nach 6 Monaten, das OS 69 % und liegt damit ungefähr im Bereich der Zulassungsstudien. In der multivariaten Analyse waren unabhängige Risikofaktoen für das PFS erhöhte LDH-Werte zum Zeitpunkt der Lymphodepletion, Notwendigkeit einer Bridging-Therapie und Tisacel. Für das OS war der wichtigste Risikofaktor Bridging-Therapie, auch Tisacel spielte eine Rolle.

Bei den Studien aus den USA, Frankreich und Italien unterscheiden sich die Kohorten im Alter nur wenig, die Amerikanische Studie schloss nur Axicel ein. Bei den Ergebnissen fällt auf, dass die Gesamtansprechrate bis auf die deutsche Tisacel-Kohorte bei 70 % lag, die Rate der Komplettremissionen bei 50 %, auch hier liegt die deutsche Tisacel-Kohorte darunter.

Die amerikanische und französische Studie zeigten klar, dass anders als bisher angenommen Patienten mit aktiver Erkrankung zum Zeitpunkt der Lymphodepletion ein deutlich schlechteres Outcome haben.

Insgesamt besteht der Eindruck, dass Tisacel-Patienten etwas schlechter laufen. Dreger ist der Meinung, es gebe Confounder, die auch in multivariater Auswertung nicht erfasst werden können und dass sich die Kohorten daher unterscheiden.

Autor: Roland Müller-Waldeck

Quelle: Wissenschaftliches Symposium auf der DGHO-Jahrestagung am 3.10.2021: „CAR-T – Aktueller Stand und zukünftige Ausrichtung“