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Kürzlich wurde die Machbarkeit der genetischen Analyse zellfreier DNA (cfDNA) beim Multiplen Myelom (MM) nachgewiesen. Es bleibt jedoch noch offen, inwieweit die cfDNA mit der Ausbreitung der Erkrankung korreliert und welche Auswirkungen dies auf das Outcome der Patient:innen haben könnte.

Ziel der vorliegenden Studie war es, die cfDNA zum Zeitpunkt der Diagnose und während der Nachbeobachtung in Korrelation mit bildgebenden Daten quantitativ und qualitativ auszuwerten, um möglicherweise die Einbindung dieses Ansatzes mit der molekularen Bewertung des Knochenmarks (BM) und der Restkrankheit im Körper zu definieren. Dafür wurden bei insgesamt 88 neu diagnostizierten MM-Patient:innen eine 18F-FDG PET/CT- sowie eine molekulare Ultra Low Pass-Whole Genome Sequencing (ULP-WGS)-Untersuchung der cf-DNA-Tumorfraktion (cfDNA-TF) durchgeführt.

Patient:innen mit einer hohen cfDNA-TF bei Studienbeginn wiesen im Vergleich mit Studienteilnehmer:innen mit niedriger cfDNA TF eher eine extramedulläre Erkrankung und eine höhere Anzahl von fokalen Läsionen auf. Darüber hinaus war eine hohe cfDNA-TF zum Zeitpunkt der Diagnose mit einer schlechteren Prognose korreliert, als dies bei niedriger cfDNA TF der Fall war (progressionsfreies Überleben [PFS] nach 20 Monaten 67 % vs. 86 %, p = 0,05; Gesamtüberleben [OS] nach 20 Monaten: 90 % vs. 100 %, p = 0,04).

Bemerkenswerterweise stimmten nach einer Bortezomib-basierten Induktionstherapie die Bildgebungsdaten und die cfDNA-TF-Werte überein, was eine mögliche Rolle der cfDNA bei der Überwachung des Therapieansprechens bestätigt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bei MM-Patient:innen mit einer hohen cfDNA-TF Bildgebungsdaten vorliegen, die insgesamt auf eine höhere Neigung zu einer metastatischen Ausbreitung der Krankheit hindeuten, was letztlich mit einer schlechteren Prognose korreliert. Die Autor:innen empfehlen daher, in zukünftigen Studien den Einsatz von cfDNA für die Krankheitsüberwachung zu nutzen.

Quelle: EHA Meeting 2022; Martello M et al.: High level of circulating tumour DNA at diagnosis correlates with disease spreading and defines multiple myeloma patients with poor prognosis (Abstract #S174). Die Präsentation erfolgt während der Session „Myeloma and other monoclonal gammopathies: Translational and Biology am 11. Juni 2022, 16:30 -17:45 CEST