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Viele der beim diesjährigen ASCO-Kongress vorgestellten Studien haben direkten Einfluss auf die Patientenversorgung bzw. bestätigen die in Deutschland üblichen Therapiekonzepte: So sollten RAS-Wildtyp-Tumoren initial immer mit einem Anti-EGFR-Antikörper behandelt werden. Die dreifache Chemotherapie-Kombination braucht mit EGFR-Antikörpern nicht eingesetzt werden, bei BRAF-mutierten, rechtsseitigen Tumoren bleiben Langzeitdaten abzuwarten. Bei Patienten mit RAS-Mutationen sollte eine Dreifach-Chemotherapie (FOLFOXIRI) als Kombinationsbasis erwogen werden. In Zukunft werden adjuvante Therapien des Kolonkarzinoms im Stadium II – und mutmaßlich auch III – durch ctDNA-Analyse determiniert werden; die Frage der De-Intensivierung bzw. Intensivierung nach Risikoprofil wird in großen Studien untersucht. Die Therapieauswahl für Patienten mit Rektumkarzinom bleibt komplex: Nun erscheint auch der Organerhalt und für einige Patienten eine nicht-operative Therapie entweder nach intensivierter Radio(chemo)-/Chemotherapie möglich, und für Patienten mit MSI-h-Status durch ausschließliche Immuntherapie.